Empirische Kommunikations- und Medienforschung

Inspiration & Systematik

…unter diesem Titel veranstaltete die Abteilung für Empirische Kommunikations- und Medienforschung am 6. Oktober 2012 ein Symposium für Professor Dr. Werner Früh, um diesen anlässlich seines 65. Geburtstages (März 2012) und der nahenden Emeritierung (April 2013) gebührend zu würdigen und ihm den Abschied so schwer wie möglich zu machen. Insgesamt 70 Gäste, unter ihnen zahlreiche aktuelle und ehemalige Weggefährten (Freunde, Kollegen, Mitarbeiter, Promovenden, Absolventen, Studenten) von Werner Früh waren dabei der Einladung in die Räume der Sächsischen Landesmedienanstalt (SLM) in Leipzig gefolgt. Hoffentlich ganz im Sinne des zu Ehrenden stand dabei nicht nur er selbst im Zentrum der Veranstaltung, sondern es ging um Fragen der Theoriebildung in der Kommunikationswissenschaft. Ein Thema von zeitloser Relevanz, welches Werner Früh schon immer am Herzen liegt und in seinem Wirken eine zentrale Rolle spielt.

 

Die Veranstaltung wurde von Prof. Dr. Rüdiger Steinmetz, der als Mitglied des Medienrates einige Grußworte der SLM überbrachte, und Prof. Dr. Hans-Jörg Stiehler, der die Gäste im Namen der Veranstalter begrüßte, eröffnet. Dabei würdigte Stiehler in seiner Laudatio insbesondere die langjährige freundschaftliche Zusammenarbeit mit Werner Früh und blickte auf den gemeinsamen Auf- und Ausbau des Schwerpunktes Empirie in Leipzig seit 1993 zurück. Nach einigen persönlichen Worten über die eigenen, durchaus steinigen (Um-)Wege ins Studium und schließlich zur Professur setzte sich Werner Früh in seinem Auftaktvortrag mit „Theorien, Theoriekonzepten und Theoriearten“ auseinander, wobei es neben einer Klassifizierung unterschiedlicher Theorietypen vor allem um Fragen der Angemessenheit von Theorien und Operationalisierungen ging. In seinem Vortrag über „Das Ende der Medialisierung?“ erörterte Prof. Dr. Winfried Schulz (Erlangen), Doktorvater von Werner Früh, anschließend Tragweite und Grenzen dieses aktuell stark beanspruchten Konzeptes und warnte vor einer Gleichsetzung von Medialisierung und (Medien)wirkung.

 

 

Prof. Dr. Patrick Rössler (Erfurt) stellte anschließend anhand ausgewählter eigener Forschungsprojekte die Vorteile einer dynamisch-transaktionalen Modellierung, speziell im Zeitalter medialer Innovationen, dar. In einer persönlichen Anmerkung schilderte er daneben seine besondere Inspiration und Ermutigung durch Werner Früh, sich gleichsam in der akademischen und der künstlerischen Welt zu bewegen. Mit dem „Mehrebenenproblem in der Medienwirkungsforschung“, verschiedenen diesbezüglichen Analyseperspektiven, insbesondere auch unter einer dynamischen Betrachtungsweise, beschäftigte sich Prof. Dr. Bertram Scheufele (Hohenheim), bevor er sich am Ende seines Vortrages an einer Entschlüsselung einiger für Laien zunächst durchaus mysteriösen DTA-Grafiken versuchte. Dabei zeigte er erstaunliche Parallelen zu Schaltplänen der Elektrotechnik und Modellen der Astronomie auf.

 

 

Im letzten Vortrag des Tages berichtete Prof. Dr. Klaus Schönbach (Wien), seit dem gemeinsamen Studium Freund von Werner Früh und Miturheber des DTA, von zahlreichen eigenen und auch gemeinsamen Forschungserfahrungen mit dem dynamisch-transaktionalem Ansatz (DTA) und dem dynamisch-transaktionalen Modell (DTM). Prof. Dr. Günter Bentele richtete den Fokus seines Beitrags - eine Interpretation des Tanqueray Blues, vorgetragen auf dem Flügel der SLM - voll und ganz auf die Inspiration und läutete damit den gemütlichen Ausklang des Tages, der bei vom Jubilar ausgewählten Weinen und Käsesorten erfolgte, ein.

 

 

Wir danken Werner Früh für sein langjähriges, prägendes Wirken am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft und vor allem an der Abteilung für Empirische Kommunikations- und Medienforschung, für zahlreiche theoretische und methodische Inspiration und Systematik und für so vieles mehr! Wir werden Sie vermissen!