Empirische Kommunikations- und Medienforschung

Prof. Dr. Anne Bartsch

Universitätsprofessorin

Empirische Kommunikations- und Medienforschung
Universität Leipzig
Burgstraße 21
D-04109 Leipzig

Raum 2.30

Tel.: +49 (0)341 97 35 741
Fax: +49 (0)341 97 35 719

Sprechstunde

nach Vereinbarung

Zur Person

2017 Professorin für Empirische Kommunikations- und Medienwissenschaft am IfKMW

2013-2017 Professorin für Kommunikationswissenschaft am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der LMU München

2010–2013 Akademische Rätin am Institut für Medien, Wissen und Kommunikation der Universität Augsburg

2011 Habilitation im Fach Medien- und Kommunikationswissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle

2010 Akademische Mitarbeiterin am Department Communication and Cultural Management der Zeppelin University Friedrichshafen

2006–2009 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt "Emotionale Gratifikation während der Filmrezeption" am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle

2004 Promotion im Fach Medien- und Kommunikationswissenschaften an der MLU Halle

2002–2004 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaften der MLU Halle

1999–2002 Graduiertenstipendium des Landes Sachsen-Anhalt

1999 Magister Medien- und Kommunikationswissenschaften, Germanistik, Galloromanistik an der MLU Halle

 

Publikationen

 

Forschungsprojekte

DFG-Projekt „Politikvermittlung an der Schnittstelle von Unterhaltung und Information. Der Einfluss eudaimonischer Unterhaltungserlebnisse auf die Verarbeitung und Wirkung politischer Informationen“

Im Bereich der politischen Kommunikation ist eine zunehmende „Entertainisierung“ zu beobachten, die u.a. in der Emotionalisierung, Personalisierung und Visualisierung politischer Medieninhalte zum Ausdruck kommt. Die Frage, wie diese Entwicklung aus normativer und öffentlichkeitstheoretischer Sicht zu bewerten ist, wird in der Forschung kontrovers diskutiert. Können unterhaltende Formen der Politikvermittlung politisch wenig interessierte Publikumssegmente erreichen? Oder lenken sie lediglich von einer ernsthaften Auseinandersetzung mit politischen Inhalten ab?

Das in Kooperation mit Dr. Frank Schneider (Universität Mannheim) durchgeführte Drittmittelprojekt hat zum Ziel, ein Zwei-Prozess-Modell der Politikvermittlung durch Unterhaltungsmedien (Bartsch & Schneider, 2014) zu testen, das eine differenzierte Neubewertung des Verhältnisses von Unterhaltung und politischer Kommunikation erlaubt. Unterhaltungsmedien können demnach nicht nur zur Realitätsflucht und Stimmungsverbesserung dienen. Unter bestimmten, im Modell spezifizierten Voraussetzungen können Unterhaltungsmedien auch zur reflektierten Auseinandersetzung mit politischen Themen anregen und dem Publikum Anlass zu politischen Diskussionen und zur Informationssuche in journalistischen Qualitätsmedien bieten. Durch eine Kombination von experimentellen Studien und repräsentativen Befragungen werden die Modellannahmen zum Einfluss eudaimonischer Unterhaltungsfaktoren (persönliche Relevanz, emotionale Bewegtheit) auf politisch relevante Ergebnisvariablen (elaborierte Verarbeitung, Informationssuche, Wissenserwerb und politische Partizipation) systematisch geprüft. Im Fokus stehen dabei Synergieeffekte zwischen fiktionaler Unterhaltung und faktenorientierter Information, die u.a. bei der Konzeption von Themenabenden im Fernsehen genutzt werden. Dieser Ansatz der unterhaltenden Politikvermittlung, der die Vorteile von Unterhaltungs- und Informationsformaten kombiniert, ohne beide Formate zu vermischen, bietet eine Alternative zu vielfach kritisierten Hybridformaten wie Infotainment und Politainment und wird deshalb vor dem Hintergrund des Wirkungsmodells genauer untersucht.

Projektleitung

Prof. Dr. Anne Bartsch

Dr. Frank Schneider (Mannheim)

Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Laufzeit

seit 2017-2020

Projektbezogene Publikationen:

Schneider, F. M., Bartsch, A. & Gleich, U. (2015). Spaß, Spannung… Denkanstöße? Hedonische und eudaimonische Gratifikationen, Bewertungen und Folgen der Rezeption von Stefan Raabs Sendung „Absolute Mehrheit“. Studies in Communication and Media, 4(1), 53-68.

Bartsch, A., Kalch, A., & Oliver, M. B. (2014). Moved to think. The role of emotional media experiences in stimulating reflective thoughts. Journal of Media Psychology, 26(3),125–140.

Bartsch, A., & Schneider, F. M. (2014). Entertainment and politics revisited: How non-escapist forms of entertainment can stimulate political interest and information seeking. Journal of Communication, 64(3), 369–396. doi: 10.1111/jcom.12095

Schneider, F. M., Bartsch, A., & Otto, L. (2013). Entertainment that matters: Unterhaltung in und mit politischen Themen. In-Mind, 4(3). http://de.inmind-magazine.org/article/entertainment-that-matters-unterhaltung-in-und-mit-politischen-themen

weitere Forschungsprojekte finden Sie hier.