Historische und Systematische Kommunikationswissenschaft
Die schriftliche Abschlussarbeit (Magister- bzw. Diplomarbeit)
Mit der Magister- bzw. Diplomarbeit sollen Sie Ihre Fähigkeit unter Beweis stellen, einen Themenbereich selbständig und wissenschaftlich zu bearbeiten. Das bedeutet, dass Sie Ihre Magister- bzw. Diplomarbeit gründlich planen und vorbereiten müssen, um hier keine unangenehmen Überraschungen zu erleben. Es bedeutet auch, dass Sie mit Techniken und Methoden wissenschaftlichen Arbeitens ebenso wie mit kommunikationswissenschaftlichen Ansätzen, Modellen und Methoden bereits hinreichend vertraut sein sollten.
Leitfaden zur Anfertigung einer Abschlussarbeit in der HSK (ab dem 7. Semester)
- Besuch des Examenscolloqiums und Themenfindung schon ein Semester vor Anmeldung zur Magisterarbeit
- Regelmäßiger Besuch des Examenscolloqiums ist verpflichtend
- Die Anmeldung beim Prüfungsamt erfolgt erst nach der Ausarbeitung eines Exposés und einer ersten Präsentation des Arbeitsvorhabens im Examenscolloquium
- Die Zustimmung zu dieser Anmeldung der Magisterarbeit obliegt dem betreuenden Hochschullehrer der Arbeit (Beurteilungsgrundlage ist das Exposé und der Vortrag im Kolloquium)
- Während der Arbeit (beim Prüfungsamt angemeldeter Bearbeitungszeitraum) erfolgt im Examenscolloqium eine erneute Präsentation des Arbeitsstandes
- Der Magisterkandidat/die Magisterkandidatin hält während der Bearbeitungszeit selbständig Kontakt mit seinem/ihrem Betreuer und informiert über den Sachstand der Arbeit
Vorbereitung, Betreuung und Anmeldung
- Bevor Sie sich zu einem Thema entschließen, sollten Sie herausfinden, welcher Betreuer (Erstgutachter) aus dem von Ihnen gewählten Schwerpunkt für Sie in Frage kommt. Hier gilt in der Regel: Voraussetzung für eine gelingende Betreuung ist, daß Sie ein entsprechendes thematisches Interesse haben und daß Sie vorher bereits Seminare bei dem ins Auge gefassten Betreuer besucht haben. Außerdem sollten Sie überlegen, ob und wie Sie dem Betreuer Sinn und Machbarkeit Ihres Projektes erklären können.
- Hierzu gehört auch die Überlegung, ob Sie über hermeneutische Verfahren hinaus qualitative oder quantitative Methoden der empirischen Sozial- bzw. Kommunikationsforschung (Inhaltsanalyse, Befragung etc.) für die Bearbeitung Ihres Themas benötigen und ob bzw. in welchem Maße Sie ggf. über die entsprechenden Methodenkenntnisse tatsächlich verfügen. Eine empirische Methode während der Bearbeitungszeit im Selbststudium zu erlernen, erweist sich in der Regel als sehr schwierig und gefährdet die Zeitpläne.
- Neben den mehrsemestrigen Projektseminaren, die im Bereich HSK zur Vorbereitung und Themenfindung eigens angeboten werden, sollten Sie die Koordinierungsveranstaltung für Studierende im Hauptstudium mit dem Schwerpunkt HSK besuchen (vgl. Vorlesungsverzeichnis und Aushänge) und sich zum Examenskolloquium anmelden, sobald Sie sich mit ernsthaften Abschlussgedanken tragen. Das Examenscolloquium sollte schon ein Semester VOR Anmeldung der Arbeit besucht werden. Zur Themenfindung sollte auch die Möglichkeit der Sprechstunden genutzt werden. Zentral ist bei der Themenfindung und -formulierung, dass Sie eine kommunikationswissenschaftliche Fragestellung verfolgen.
- Voraussetzung für die Anmeldung ist, dass Sie mit Ihrem Erstgutachter ein Thema abgesprochen haben und zu ihrem Magister- bzw. Diplomarbeitsprojekt ein Exposé vorgelegt haben. Das Exposé wird in der Regel in überarbeiteter Form im Examenskolloquium vorgestellt, diskutiert und mit Veränderungsvorschlägen an den Kandidaten oder die Kandidatin zurückgegeben. Erst wenn das Exposé vom Erstgutachter akzeptiert wurde, ist die Anmeldung möglich und sinnvoll.
Ein weiter Vortrag im Examenscolloquium erfolgt dann im Verlauf der Arbeit. - Richten Sie sich darauf ein, dass Sie ihr Exposé eventuell mehrmals überarbeiten müssen, bevor Sie sich anmelden können. Das ist keine verschwendete Zeit, sondern ein notwendiger Klärungsprozess, der eine sinnvolle Bearbeitung des Themas erst ermöglicht. Wird dieser Schritt nicht vor der Anmeldung gemacht, muss man es während der Bearbeitung der Magister- oder Diplomarbeit machen, was nur Verzögerungen, Stress, Konfusion und schließlich komplizierte Fristverlängerungen nach sich zieht. Rechnen Sie daher mit einem zeitliche Vorlauf von etwa drei Monaten bis zur Anmeldung Ihrer Magisterarbeit.
Das Exposé
- Das Exposé sollte das Thema umreißen und eingrenzen, den theoretischen Ansatz bestimmen, sowie die wichtigsten Methoden, die heranzuziehenden Quellen (Daten, Archivbestände, Literatur etc.) und sonstige Hilfsmittel (z.B. spezielle Auswertungssoftware) nennen.
- Wichtigster Ausgangspunkt des Exposés und primäre Form der thematischen Eingrenzung ist die grundlegende Fragestellung: Welche kommunikationswissenschaftliche Frage wollen Sie mit Ihrer Arbeit beantworten? Aus dieser Grundfrage sollten Sie dann auch weitere Unterfragen abzuleiten versuchen, um Ihrer Arbeit eine vom Problem her definierte Gestalt zu geben.
- Zu einem Exposé gehört auch die Entwicklung von forschungsleitenden Hypothesen, durch die Zielvorstellungen bzw. zu beweisende oder zu widerlegende Sätze formuliert werden.
- Zur weiteren Eingrenzung des Themas gehören eine Aufarbeitung des Forschungsstandes, die erkennen lässt, dass Sie sich mit den vorliegenden Erkenntnissen und Theorien zu Ihrem Thema beschäftigt haben (und oft gewinnt man daraus erst die konkrete Forschungsfrage, da man so die Lücken und offene Fragen erkennt). Diese Aufarbeitung betrifft auch methodologische Grundlagen, die Sie für eine andere Fragstellung adaptieren.
- Schließlich soll auch eine (vorläufige) Gliederung des Vorhabens erstellt werden, sowie ein Zeitplan entwickelt werden, der die notwendigen Arbeitsschritte in den zur Verfügung stehenden Zeitrahmen stellt. Beim Zeitplan ist es oft nützlich, von hinten (also vom Abgabetermin) her anzufangen und dabei auch "Pufferzeiten" (für Korrekturlesen, Druck und Binden) einzubauen.
- Zur Ausarbeitung von Exposés geben auch Bücher zum wissenschaftlichen Arbeiten gute Auskunft.
Anfertigen der Arbeit
- Vom Zeitpunkt der Anmeldung an haben Sie eine Zeitraum von 6 Monaten für die Anfertigung der Arbeit. Das bedeutet, dass Sie konzentriert und umsichtig vorgehen müssen. Ihre Prioritätensetzung sollte in dieser Zeit also eindeutig sein; Erwerbsarbeit und Praktika lassen sich in der Regel nicht mit dem fristgerechten Anfertigen einer Magisterarbeit vereinbaren und stellen keinen Grund für eine Fristverlängerung dar.
- Ihr Betreuer steht Ihnen während dieser Zeit beratend zur Seite - sowohl im Examenskolloquium als auch in der Sprechstunde. Allerdings gibt es hier zeitliche Grenzen. Halten Sie regelmäßigen Kontakt mit Ihrem Betreuer und informieren Sie in ihn über Ihre Arbeitsfortschritte.
- Bei größeren Problemen sollten Sie sich auf jeden Fall mit dem (oder den) Betreuer(n) in Verbindung setzen. Solchen Problemen kann auch dadurch vorgebeugt werden, dass man das Examenskolloqium regelmäßig besucht bzw. anderweitig den Kontakt hält.
Begutachtung der Arbeit
Die Begutachtung der Arbeit beruht trotz individueller Unterschiede zwischen den einzelnen Gutachtern durchaus auf allgemeinen Kriterien. Zu diesen gehören:
- Herleitung, Begründung und Einordnung des Forschungsproblems
- Fragestellung(en) und Pluralität der Aspekte (Differenziertheit)
- Systematik des Aufbaus (Folgerichtigkeit)
- Umfang und Systematik der Recherchen
- Qualität, Aktualität und Vollständigkeit der Quellen/Literatur
- Qualität und Eigenständigkeit der Argumente (Originalität)
- Genauigkeit der Angaben (Präzision)
- Validität und Plausibilität der Befunde
- Logik der Darstellung
- Rhetorische Kompetenz (Didaktik und Stil)
zusätzlich bei Dissertationen:
- Theoriekompetenz
- Niveau der Methoden
- Weiterführende Forschungsfragen und -probleme
- Eigener Ansatz / Originalität von Anlage und Ausführung des Forschungsprojektes
(das heißt nicht, dass Magisterarbeiten diese Punkte potentiell nie enthalten, sie werden aber bei Dissertationen viel stärker gewichtet).



