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Aktuelle Meldungen des IfKMW

24.03.2014

Neue Professorin am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Uni Leipzig

Dr. Sonja Ganguin hat den von Universitäts-Rektorin Prof. Dr. Beate Schücking erteilten Ruf auf die Professur für „Medienkompetenz- und Aneignungsforschung“ angenommen.

Leipzig, 24. März 2014 Die Professur umfasst das Fachgebiet der Kommunikations- und Medienwissenschaft und ist speziell ausgewiesen auf medienpädagogisch orientierte Aneignungs- und Evaluationsforschung. In der Lehre wird Frau Dr. Ganguin bereits ab 1. April 2014 die Bachelor- und Masterstudiengänge am Institut für KMW unterstützen. In der Forschung stehen die empirische quantitative und qualitative Medienforschung im Mittelpunkt. Darüber hinaus wird Frau Dr. Ganguin die Leitung des ausbildungs- und praxisorientierten Zentrums für Medien und Kommunikation der Universität Leipzig übernehmen.

Zwei Forschungsperspektiven prägten die bisherigen wissenschaftlichen Arbeiten der künftigen Leipziger Universitätsprofessorin. Der erste Schwerpunkt betrifft die Operationalisierung, Entwicklung und Förderung von Medienkompetenz. Medienkompetenz gilt als Schlüsselqualifikation gegenwärtiger sowie zukünftiger Fachdisziplinen und Professionen. Vor allem die Dimension der „Medienkritik“ wurde von Sonja Ganguin umfassend untersucht. Der zweite Forschungsschwerpunkt bezieht sich auf die Analyse von sozialen Wandlungsprozessen in digitalen Lernwelten. Die Möglichkeit, über Mobile Media örtlich und zeitlich flexibel arbeiten und lernen zu können, gilt als ein zentrales Bedürfnis heutiger lernender Subjekte. Diese Themen bearbeitete Frau Ganguin immer auch empirisch, und zwar qualitativ wie quantitativ. An Erfahrungen der bisherigen Forschungsarbeiten im Bereich Medienkompetenz und digitalen Lernwelten anknüpfend wird sie sich an der Universität Leipzig intensiv dem Forschungsfeld der mobilen Medien widmen. Denn es zeichnet sich weiter ab, dass alle Lebensbereiche und Aktivitäten, vom Berufsleben bis zum Freizeitverhalten, durch vielfältige individuelle wie gesellschaftliche Mobilitäts- und Mobilisierungsprozesse umgeformt werden. Daraus resultiert, den Medienkompetenzbegriff auszudifferenzieren und an die aktuellen und zukünftigen medialen Anforderungen anzupassen.

Der akademische und wissenschaftliche Werdegang von Frau Ganguin begann als Projektkoordinatorin des DFG-Projekts „Bildung durch E-Learning und dessen Qualität aus der Subjektperspektive“ an der Universität Bielefeld in dem Arbeitsgebiet „Medienpädagogik, Forschungsmethoden und Jugendforschung“. 2009 wurde sie an der Universität Bielefeld promoviert. Ihr Dissertationstitel lautete: „Das Spiel und seine Gegenspieler – Eine sozial-historische und empirisch-sozialwissenschaftliche Untersuchung des Spielbegriffs im Kontext von Arbeit und Lernen“. Anschließend arbeitete Sonja Ganguin an der FernUniversität Hagen in dem Lehrgebiet „Medienpädagogik und empirische Medienforschung“. Ihr Schwerpunkt lag dabei auf der Evaluation von Mobile Learning Szenarien. Vor ihrem Wechsel an die Universität Leipzig war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in dem Lehrgebiet „Medienpädagogik und empirische Medienforschung“ an der Fakultät für Kulturwissenschaften im Institut für Medienwissenschaft der Universität Paderborn in Forschung und Lehre tätig. Hier übernahm sie insbesondere für den Bereich Medienpädagogik die Methodenausbildung im Bereich qualitative sowie quantitative Medienforschung. Insgesamt verfügt Frau Ganguin über breite Lehrerfahrung bei methoden- und forschungsorientierten Seminaren, aber auch praxisorientierten Lehrveranstaltungen.

Ferner engagiert sie Frau Ganguin in diversen außeruniversitären Feldern des Mediensektors. Sie ist Jurymitglied des Deutschen Computerspielpreises, Prüferin der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) und Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugenschutz (AJS). Darüber hinaus arbeitete sie sechs Jahre im Bundesvorstand der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK), war Beiratsmitglied der Stiftung Digitale Spielkultur und ist von dem Land Nordrhein-Westfalen als Jugendschutzsachverständige der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) berufen worden.