DIT: Alexandra 2010

Vorbereitungen und Kurswahl:

Die Vorbereitungen für das Auslandssemester an der DIT waren sehr überschaubar. Neben der Beantragung des Auslands-BaföGs und der Erasmus-Förderung (Frist beachten!) sollte ich mich (vorläufig) für Kurse an der DIT entscheiden. Um auf die geforderten 30 Credit Points zu kommen, mussten insgesamt 6 Kurse gewählt werden. Neben Kursen an meiner Fakultät, der  School of Media, wurden spezielle Erasmus-Kurse wie Irish Cultural Studies und Englisch-Kurse angeboten (beide dieser Kurse habe ich belegt). Da mich die Auswahl der Media-Kurse nicht überzeugt hat, habe ich mich dazu entschieden, nur einen Kurs der School of Media zu wählen und die restlichen Kurse an der Business Fakultät zu belegen. Als Erasmus-Student einer anderen Fakultät sind maximal 3 Business-Kurse erlaubt, und so habe ich am Ende für International Marketing, Marketing Communications und B2B-Marketing entschieden. Die Marketing-Kurse waren zeitintensiver als die anderen Kurse, dafür aber sehr interessant und lehrreich. Fachlich konnte ich also an dieser Stelle etwas Neues lernen. Radio-Production als einziger Media- Kurs war interessant und mit überschaubarem Aufwand, der Lerneffekt hielt sich in Grenzen. Sehr zu empfehlen ist der Irish Cultural Studies Kurs, da der Dozent Aspekte der irischen Geschichte und Kultur auf eine sehr unterhaltsame Weise vermittelt. Der Englisch-Kurs, für den man vorher anhand eines Testes eingestuft wurde, war in Ordnung aber wie erwartet war der Lerneffekt nicht herausragend.

Da man nur Bachelor-Kurse belegt, war das Niveau insgesamt vergleichsweise niedrig, der Arbeitsaufwand hingegen wider Erwarten ziemlich hoch, besonders bei den Marketing Kursen. Neben Essays, Gruppenarbeiten und Präsentationen folgten am Ende des Semesters Klausuren.

Leben in Dublin

Da ich in Leipzig noch bis Anfang Februar Prüfungen hatte, konnte ich erst zwei Wochen nach Semesterbeginn in Dublin anreisen. Im Hinblick auf die Lehrveranstaltungen war dies kein Problem, da ich effektiv nur die erste Lehrwoche verpasst habe. Sehr schade hingegen war, dass ich die Erasmus-Einführungswoche verpasst habe, die gerade für das Knüpfen von Kontakten sehr wichtig ist. Man findet aber auch so sehr schnell Anschluss in der kontaktfreudigen Erasmus-Community. Mit einheimischen Iren hat man hingegen (abgesehen davon, dass man gemeinsame Kurse besucht) sehr wenig zu tun. Für die Wohnungssuche wurde mir vorab empfohlen, erst vor Ort zu suchen und für diese Zeit im Hotel bzw. Hostel unterzukommen. Eine Besichtigung der Wohnungen ist tatsächlich unabdingbar, da man in Dublin teilweise schreckliche Wohnungen für überteuerte Mietpreise vorfindet. Bei der Wohnungssuche ist demnach Ausdauer gefragt. Da ich erst nach dem großen Ansturm angereist bin, habe ich sehr schnell eine schöne Bleibe mitten im Zentrum gefunden. Ich rate davon ab, aufgrund günstigerer Mieten komplett abseits des Zentrum zu wohnen, da man für Bus und Bahn monatlich ca. 90€ zahlt und gerade beim Weggehen (was man als Erasmus-Student sehr häufig tut) sehr eingeschränkt ist.

Dublin als Stadt ist sehr vielseitig und man kann unglaublich viel unternehmen. Besonders charakteristisch ist die ausgeprägte Pub-Kultur, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Dabei ist zu empfehlen, die rein touristischen Pubs (mitten im Temple Bar-Viertel) zu meiden und die etwas abseits gelegenen Pubs zu besuchen.

Vom ESN (European Student Network) werden im Laufe des Semesters Fahrten zu unterschiedlichen Orten Irlands organisiert. Für etwa 90-110€ geht es für ein verlängertes Wochenende (Freitag bis Sonntag) nach Cork, Belfast oder auch nach Galway. Ich habe eine dieser Fahrten zu Beginn mitgemacht und kann sie sehr empfehlen. Aber auch auf eigene Faust lassen sich Ausflüge zu den wichtigsten Orten organisieren, und wenn man schon mal in Irland ist, dann sollte man auch möglichst viel von den tollen Landschaften gesehen haben. Besonders beeindruckend waren für mich die Top-Sehenswürdigkeiten Cliffs of Moher (nahe Galway) und Giants Causeway (nördlich von Belfast). Da das Wetter in Irland nicht besonders beständig und von Regen geprägt ist, sollte man stets auf Wind und Regen vorbereitet sein.

Abgesehen vom irischen Wetter, an das man sich irgendwann gewöhnt, war das Auslandssemester in Dublin eine großartige Erfahrung und ich würde es jedem weiterempfehlen. Man trifft auf viele verschiedene Kulturen, schließt neue Freundschaften und verbessert ganz nebenbei sein Englisch.