DIT: Moritz 10-11

Vorbereitungen on the  rocky road to Dublin

Obwohl ich erst im Januar nach Dublin flog, habe ich bereits im Oktober meinen Antrag auf Auslands BAföG gestellt, da die bürokratischen Mühlen in Köln(die für mich zuständig waren) etwas langsamer mahlen. Die Auswahl an Modulen die man per Post zugeschickt bekommt klingt zwar sehr interessant, jedoch kann man auch alle weiteren Module am Institut belegen, die Dozenten freuen sich sehr über internationalen Input in ihren Veranstaltungen.

Arrival in Dublin City where the Girls are so pretty

Da am das DIT von sich aus keine Studentenwohnheime besitzt und da die privaten unerschwinglich sind, nistete ich mich die ersten 4 Tage in einem Hostel in der Dubliner Innenstadt ein. Bewaffnet mit Laptop und WiFi ging es auf daft.ie auf Wohnungssuche. Hierbei ist eine irische Handynummer immanent wichtig, die ich mir im naheliegenden Tesco besorgt habe. Man mag es nicht für möglich halten, aber mit dieser Karte konnte ich für 3 Cent ins deutsche Festnetz telefonieren, was natürlich jeden Anflug von Heimweh sofort eliminierte. Nach zwei Tagen hatte ich eine Wohnung und am dritten Tag konnte ich bereits einziehen. Nun konnte ich innerhalb von drei Tagen die Stadt auf eigene Faust erkunden und mich etwas auf meine neue Universität vorbereiten.

Die Gasthochschule DIT (Do It Tomorrow)

Das Dublin Institute of Technology ist nach Deutschen Maßstäben eine Volluniversität mit verschiedenen Einrichtungen innerhalb der Dubliner Innenstadt (Motto: The City is our campus!) Derzeit wird an einem zentralen Campus am Phoenix Park gebaut. Ob dieser aber fertig und später auch genutzt wird, ist auf Grund der derzeitigen wirtschaftlichen Probleme Irlands, fraglich. Meine Klassen waren das exakte Gegenteil zu Deutschland. Anstatt mit 400 Studenten in einem Hörsaal zu sitzen, gab es kleine Kurse mit maximal 30 Teilnehmern und somit einer intensiven Betreuung durch die Dozenten. Das Niveau war etwas niedriger als an der Uni Leipzig anzusiedeln. Es gibt hauptsächlich nur 5 LP Module was aber auch ein abwechslungsreiches Studium garantiert. So belegte ich die Module „European Politics and Society“ (sehr spannend, gerade wegen den Finanzhilfen von Deutschland für Irland), „New Media in the Public Sphere“ (Habermas 2.0), „Political Communication“ (ich erlebte einen irischen Wahlkampf, sehr interessant), „English in the Media“ (Tieferer Einblick in das lokale Mediensystem), „Irish Cultural Studies“ (wahrscheinlich das beste Modul, das ich hatte) und ich besuchte noch einen Englisch Sprachkurs. Die irischen Studenten sind sehr kommunikativ und sehr offen für Erasmus Studenten. Leider sind sie auch was das Engagement bei gemeinsamen Referaten und Vorträgen angeht sehr, nun ja, entspannt. Deswegen hat sich bei den Erasmus Studenten die Phrase „DIT – Do It Tomorrow“ herausgebildet. Das war an sich sehr schade, jedoch wussten die Dozenten um ihre schwarzen Schafe, sodass es auch eine gerechte Benotung gab.

Leben in Dublin – What’s the Craic? – The Craic is mighty

Um einige Illusionen gleich vorweg zu nehmen: Dublin ist die wahrscheinlich unirischste Stadt Irlands. Die Hauptstadt auf der Insel ist ein Melting Pot der aus Brasilianern, Chinesen, Polen, Spanier, Ghanaern und vielen anderen Glücksrittern besteht die auf der Insel den Topf voll Gold suchen. Wer das wahre Irland kennen lernen will muss gen Westen aufbrechen, dort wo keine Eisenbahn mehr das Blöcken der Schafe stört und wo der Bus nur 2-mal am Tag lang fährt. In Dublin jedoch erlebt man ein laute, raue, pulsierende Stadt die nicht mit ihren Reizen geizt. Das Wetter hat während meines Aufenthaltes kaum die 15 Grad überschritten, das irische Wetter ist für seine Wechselhaftigkeit berühmt. Aber was das Land durch seine rauen Gezeiten und klimatischen Bedingungen auffährt, machen die sympathischen Iren mit ihrer Gastfreundschaft wieder wett. Ich bin zu einer sehr turbulenten Zeit nach Irland gekommen. Die Finanzkrise hat das Land schwer getroffen, wöchentlich emigrieren 1000 Iren ins Ausland, die Schulden des Staates betragen das Fünffache des Bruttosozialproduktes, eine geplatzte Regierung und nach 15 Jahren an der Macht wurde die Regierungspartei abgewählt. Und trotz all dieser Schwierigkeiten fühlte ich mich immer sehr willkommen in diesem tollen Land.

Leaving Dublin s never easy

Zurück in Deutschland musste ich mich erst mal wieder an die Ruhe gewöhnen, denn Dublin ist eine sehr laute Stadt und auch die fehlende Nähe zum Meer war etwas ungewohnt für mich. Ich kann nur jedem empfehlen sein Erasmus Studium in Irland zu machen, denn auch wenn man in anderen Ländern sein English verbessern kann, ist es doch etwas anderes in einem Land zu studieren in dem Englisch die Amtssprache ist. Auch wenn man nach einem Semester einen fiesen irischen Akzent hat.