Elche: 12-13

UNIVERSIDAD MIGUEL HERNÀNDEZ de ELCHE

Das Wintersemester 2012/13 verbrachte ich an der UMH in Elche. Die UMH ist eine sehr moderne Universität mit einem riesen Campus, der seit 1997 im Entstehen ist. Es gibt inzwischen 75 Gebäude an den vier verschiedenen Standorten Elche, Altea, San Juan und Orihuela, insgesamt verteilen sich auf diese Gebäude 18.000 Studenten. Das Studienangebot reicht von Jura über Kunst bis hin zu Biotechnologie und eben Journalismus. Kommunikations- und Medienwissenschaften im engeren Sinne werden nicht angeboten, dafür aber verschiedene Audio- und Videomodule sowie Einführungsmodule in Geschichte, Politik, Psychologie und Sozialanthropologie. Alle diese Module haben einen großen Bezug zu den modernen Medien, somit gab es bei mir bei der Anrechnung in der KMW in Leipzig keine Probleme. Es bietet sich in jedem Fall an, Einführungsmodule zu belegen, da die Dozenten wenig Rücksicht auf den Wissensstand der Erasmusstudenten nehmen. Auch sollte man darauf achten, ausschließlich Module auf einem der vier Standorte zu belegen, die Entfernungen sind zu groß um hin- und herzupendeln. Schade ist, dass man nicht immer jedes Modul belegen kann, da sie nur entweder im Sommer oder im Wintersemester angeboten werden. Einige laufen auch über zwei Semester und können deshalb in einem Aufenthalt von 6 Monaten gar nicht belegt werden. Als Erasmusstudent kann man sich Kurse aus allen drei Jahrgängen aussuchen und so seinen ganz persönlichen Stundenplan zusammenstellen. Allerdings sollte man Überschneidungen vermeiden, da in allen Kursen Anwesenheit gefordert wird. Insgesamt sind die Kurse sehr praktisch angelegt, oft gehören Übungen mit der Kamera oder bestimmten Computerprogrammen zu den Aufgaben oder es müssen Gruppenarbeiten angefertigt werden. Letzten Endes kommen einem viele Dozenten sehr entgegen: wer sich Mühe gibt wird mit guten Noten belohnt – selbst wenn es mit der Sprache noch nicht so gut klappen sollte.

Der Campus in Elche ist riesig und lässt sich durch das ständige Verlaufen gut erkunden. Neben den Hörsälen gibt es eine Mensa, eine Bibliothek, verschiedene Labore, Lesesäle, Computerkabinette, Sportanlagen (sogar einen Golfplatz!) und Gärten. Besonders hervorzuheben ist die übersichtliche Organisation der Webseite, dort findet man über einen persönlichen Login neben den Modulbeschreibungen auch seine Aufgaben und Noten sowie Informationen zu Veranstaltungen und „Hausaufgaben“.

LEBEN IN ELCHE

Elche an sich ist keine besonders aufregende Stadt, punktet jedoch mit ihrer Nähe zum Meer und zur Touristen- und Studentenstadt Alicante. Außerdem bietet sie einen guten Ausgangspunkt für Reisen und Unternehmungen im ganzen Land. In Elche selbst gibt es zahlreiche Bars und Restaurants, auch einige Diskotheken. Es gibt ein kleines Museum, mehrere Kinos, eine Shoppingmall, ein Theater und einen Palmenhain, der von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Palmen und strahlender Sonnenschein führen dazu, dass man sich auch während des Wintersemesters wie in den Sommerferien fühlen kann, kaum wird es mal kälter als 10°C. Allerdings gibt es auch nur in den wenigsten Wohnungen Heizungen, sodass 10°C schon sehr kalt werden können. Das Sommersemester ist dennoch zu empfehlen, weil in den Sommermonaten viel mehr kulturelle Aktivitäten in und um Elche herum stattfinden, die man nicht verpassen sollte.

In einer WG unterzukommen, ist kein Problem. Sowohl spanische als auch reine Erasmus-WGs finden sich vor allem in Uninähe und im Zentrum. Hierzu lohnt es sich, einen Blick auf die Seite des programa nido der Universität zu werfen, ein uni-internes wg-gesucht. Das Leben in Spanien ist verhältnismäßig günstig. Sowohl für die Miete als auch für Essen & Trinken, Ausgehen und den Nahverkehr zahlt man weniger als in Deutschland, außerdem wird Alicante von ryanair angeflogen, sodass man eine gute Anbindung an ganz Europa hat.

Ich empfehle jedem, sich vor dem Aufenthalt mit dem ESN Elche in Verbindung zu setzen. Sie organisieren das Kennenlernen und viele Aktivitäten für die Erasmusstudenten, helfen einem bei der Wohnungssuche und allen Fragen, die sich in den ersten Wochen so ergeben. Außerdem wird einem von der UMH ein in den meisten Fällen recht verlässlicher Buddy zugeteilt, der in der Einschreibephase und ersten Orientierungslosigkeit auf dem Campus sehr hilfreich sein kann.