Gent: Julia 12-13

Erasmuserfahrungsbericht Julia

Universität Gent Wintersemester 2012/2013

Stadt und Leben

Gent ist eine beeindruckende und historisch geprägte Stadt im Osten Flanderns, dem niederländischsprachigem Teil Belgiens, in der es reichlich zu entdecken gibt. Selbst nach fünf Monaten Aufenthalt hatte ich noch nicht alle der prunkvollen Kirchen, schönen Gebäude und Plätze gesehen die die Stadt zu bieten hat. Gent ist eine kleine Stadt in der man sich nach spätestens zwei Wochen gut zurecht findet und alles super mit dem Fahrrad erreichen kann.  Zum einen bietet Gent kulturell sehr viele Möglichkeiten, zum anderen ist es mit 60.000 Studenten eine junge Stadt mit ausgeprägter Barkultur. Man sollte Gent nicht verlassen ohne wenigstens einmal eine Tour durch die unzähligen Kneipen absolviert zu haben, mit  Stopp an einem Fritjes Laden. Oder einen Mittwochabend auf der Overportstraat -der Partystraße der Stadt- verbracht zu haben. Und wenn man doch mal raus möchte aus dem Kleinstadtidyll bietet der Go Pass die perfekte Möglichkeit für wenig Geld durch ganz Belgien zu reisen, was mir ermöglichte alle größeren Städte des Landes zu besichtigen. Ebenfalls bietet die Erasmus Vereinigung ESN regelmäßig tolle Trips und Aktivitäten an, bei denen man leicht in Kontakt mit anderen Austauschstudenten kommt.

Wohnung uns Unterkunft

Die Plätze im Studentenwohnheim sind ebenso begrenzt wie begehrt. Man sollte sich schon mindestens drei bis vier Monate vor seinem Aufenthalt bewerben, um eine Chance auf ein Zimmer in der Studentenunterkunft zu haben. Das Wohnheim bietet den großen Vorteil von Beginn an im Kontakt mit anderen Studierenden zu stehen, allerdings muss man darauf gefasst sein, sich die Küche mit mindestens 15 anderen Leuten zu teilen und einen tiefen Schlaf haben, kurzum: man muss es mögen :) Da ich kein Zimmer im Wohnheim bekommen habe, musste ich mich auf dem Privatmarkt umschauen und habe von Deutschland aus erfolglos versucht ein Zimmer finden. Jedoch sollte man daran nicht verzweifeln, denn die Zimmersuche vor Ort gestaltet sich viel einfacher als gedacht und man kann auch auf die Unterstützung der Genter Erasmus Koordinatoren zählen. Insgesamt liegt der Wohnstandard unter dem der Deutschen und das Preisniveau über dem was man von Leipzig gewöhnt ist. (ca. 350€ für ein kleines Zimmer).

Universität und Module

Die Universität Gent ist eine international sehr hoch anerkannte Uni und im Großen und Ganzen auch eine sehr moderne Bildungseinrichtung. Die Fakultät der Sozialwissenschaften liegt mitten in der Stadt. Problematisch war, dass alle Veranstaltungen die im Bereich der Kommunikationswissenschaften angeboten wurden auf Niederländisch gehalten werden. Es wird zwar eine englische Alternative zu jedem Kurs angeboten, diese beschränkt sich allerdings auf englische Lektüre zu den Inhalten des Kurses als reines Selbststudium. Das setzt natürlich auch ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Selbstorganisation voraus.

Da man aufgrund der Sprachbarriere an keinen Veranstaltungen teilnehmen kann, fällt es auch deutlich schwerer Kontakt zu belgischen Studenten zu knüpfen.

Fazit

Da Belgien nicht weit von Deutschland entfernt ist, unterscheidet sich auch das Alltagsleben nicht allzu sehr von dem deutschen. Daher blieb der große Kulturschock für mich aus. Ob das gut oder schlecht ist muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich empfand Belgien für meinen ersten längeren studentischen Aufenthalt im Ausland als eine sehr gute Wahl. Mein Englisch hat sich während meines Aufenthaltes enorm verbessert und die Grundlagen der Niederländischen Sprache habe ich, dank eines Sprachkurses auch gelernt. Ich hatte eine sehr schöne Zeit, habe jede Menge interessanter Menschen aus aller Welt kennengelernt und viel erlebt in Gent, meiner persönlichen Perle Belgiens.