Lissabon: Carolin 10-11

Erasmus-Erfahrungsbericht Lissabon, Portugal (Universidade Nova de Lisboa)

Sommersemester 2011

Um Verão em Lisboa.

Lissabon ist eine der schönsten Städte der Welt und mit wenigen Worten eigentlich nicht zu beschreiben. Sie gestaltet sich abwechslungsreich, jung, traditionsbewusst und chaotisch zugleich. Das kulturelle Angebot ist groß und man kann hier gut ein Jahr leben, ohne die spannendsten Orte überhaupt entdeckt zu haben. Zur ersten Orientierung im Veranstaltungsdschungel ist die Seite http://lisboa.lecool.com sehr zu empfehlen.  

Die portugiesischen Abende begannen immer spät, gegen Mitternacht dann im Kneipenviertel Bairro Alto, wo man trinkt, redet und meist auf der Straße die Nacht genießt. Am Wochenende standen danach oft die Clubs am Cais do Sodré oder Santos, manchmal auch außerhalb des Stadtkerns, auf dem Plan. Das historische Altstadtviertel Alfama hat es mir besonders angetan mit seinen verschlungenen engen Gassen. Hier kann man gut preiswert essen gehen und es gibt viele alternative Partys und Projekte, die oft nur durch Mundpropaganda verbreitet werden. Nicht zu vergessen sind auch die Miradouros, Aussichtspunkte auf den Hügeln der Stadt, die zum Beisammensein einladen und der riesige Sandstrand Costa Caparica, an dem es sich schon im März gut aushalten ließ.    

Ansonsten muss man diese Stadt einfach erleben und sich mitreißen lassen, das unzuverlässige Bussystem, die Geduld erfordernden aber liebenswerten und eher zurückhaltenden Menschen, die unzähligen Treppen und die Sommerhitze kennenlernen.     

Studium

Die Universidade Nova bietet Kurse auf Portugiesisch und, gemeinsam mit der Organisation CIEE, auch auf Englisch an. Die Kurse auf Englisch sind sehr zu empfehlen, da sie thematisch interessant sind und nebenbei die portugiesische Kultur näher bringen. Man sollte sich aber nicht scheuen, auch portugiesische Kurse zu belegen. Die Prüfungsleistungen können eigentlich problemlos auf Englisch erbracht werden, wenn man dies mit dem Dozenten abspricht.

Das Kommunikationswissenschaftsinstitut ist renommiert und relativ gut ausgestattet. Fachlich befindet man sich hier allerdings meistens auf dem Stand von 1990 bis 2000, je nach Dozent und Kernbereich. Die Dozenten sind fast ausschließlich sehr engagiert und ermutigen die Studenten zu eigenem Denken. Oft gibt es Hausaufgaben, insbesondere in den Bachelor-Pflichtmodulen. Hier findet der Unterricht häufig frontal statt. Das Klima in der Bibliothek der Universität ist sehr angenehm, Internet- und Datenbankzugang sind unkompliziert. Der Bücherbestand ist jedoch eher veraltet.

Praktisches

Für diejenigen, die nicht im Studentenwohnheim unterkommen können/wollen, empfiehlt es sich, einige Tage früher nach Lissabon zu fliegen und vor Ort Wohnungen zu besichtigen. Angebote findet man z.B. auf den Websites der Organisationen Erasmuslisboa und ESN. Vorher sollte man sich mit den Vierteln der Stadt vertraut machen und auch auf den Anschluss an die Metro achten.

Bereits in den ersten Tagen sollte man sich eine portugiesische SIM-Karte und Telefonnummer zulegen, dabei empfiehlt sich der Anbieter TMN und das Prepaid-System Moche. An der Universidade Nova bekommen alle Erasmusstudenten eine solche Karte bei der Einführungsveranstaltung und können sich dann gegen einen geringen Monatsbeitrag untereinander kostenlos anrufen.      

Die Erasmusbetreuung an der Universidade Nova ist sehr gut. Die Damen im Erasmusbüro sind hilfsbereit und freundlich, erwarten von den Austauschstudenten allerdings, dass sie sich bemühen portugiesisch zu sprechen. Informationen über die Monatskarte für die Metro, Studentenausweis, Stundenplanzusammenstellung usw. bekommt man am Tag der Einführungsveranstaltung.