Forschungsprojekte

Europäische (Medien-)Öffentlichkeit

Abteilung: Journalistik

Projektleiter: Prof. Dr. Marcel Machill

Die Existenz einer Europäischen Öffentlichkeit ist, nicht nur in der Kommunikations- und Medienwissenschaft, umstritten. Eine in der Forschung gängige These ist, dass sich Europäische Öffentlichkeit über die Europäisierung der nationalen Medienberichterstattung konstituieren kann. Ob eine solche Europäisierung in den europäischen Ländern stattfindet, wurde in einem Forschungsprojekt auf der Grundlage einer qualitativ orientierten Metaanalyse untersucht.

Anhand 17 bereits durchgeführter medieninhaltsanalytischer Studien aus mehreren europäischen Ländern wurde die empirische Forschung seit Beginn der 90er Jahre in deutscher, englischer und französischer Sprache systematisch ausgewertet. Alle untersuchten Studien verfolgen einen Ansatz, der die Medienberichterstattung zu Europa-Themen in verschiedenen europäischen Staaten miteinander vergleicht.

Die Metaanalyse ergab, dass in den 15 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union vor der Erweiterung von 2004 unterschiedlich ausgeprägte Entwicklungstendenzen hin zu einer Europäisierung der nationalen Öffentlichkeiten erkennbar sind. Insgesamt machen EU-Themen aber nur einen geringen Anteil an der Gesamtberichterstattung in allen Staaten aus. Auch Akteure der EU-Ebene spielen gegenüber nationalen Handlungsträgern eine untergeordnete Rolle. Nationale Unterschiede werden ebenso diskutiert wie die Bedeutung von Berichterstattungsanlässen.