Dokumentarische Genres im Fernsehen und gesellschaftliche Wirklichkeit

Abteilung: Medienwissenschaft und Medienkultur

Projektleiter: Prof. Dr. Rüdiger Steinmetz

Es wird angenommen, dass in Dokumentarfilmen des Fernsehens und des Films in beiden deutschen Staaten eine explizite Hinwendung zur gesellschaftlichen Wirklichkeit vorgenommen wurde und dass sich daraus heute sozio-politisch-kulturelle Selbst- und Fremdbilder rekonstruieren lassen.

Es wird ferner angenommen, dass besonders im Dokumentarfilm der 'kontrastive Dialog' zwischen den Gesellschafts- und Mediensystemen seinen Ausdruck fand und dass die Realitätsorientierung gerade dieser Gattung eine fernsehspezifische Ausprägung erfuhr. Daraus ergeben sich folgende leitende Fragestellungen, die mit Hilfe diachroner (1952 bis 1991) und synchroner (Vergleich mit anderen Programmgattungen des DDR-Fernsehens und Vergleich DDR - BRD) Verfahren bearbeitet werden sollen: Welche gesellschaftlichen Selbst- und Fremdbilder lassen sich rekonstruieren? Welche thematischen Konstanten und Topoi sind zu erkennen, welche Brüche?

Kontrastiver Dialog: Welche thematischen, welche ästhetisch-stilistischen und welche funktionalen Differenzen und Ähnlichkeiten hatte das Programm der sich heraus-bildenden Gattung 'Dokumentarfilm im Fernsehen'?

Welche endogenen und welche exogenen Faktoren hatten Einfluss auf dokumentarische Programme und Sendungen? Ist die Periodisierung der Gattungsgenese deckungsgleich mit den Phasen der Evolution des Fernsehens in beiden deutschen Staaten?

Das Projekt untersuchte 2006 vor allem das vermittelte Bild einer sozialistischen Heimat, das in historischen Dokumentationen und Dokumentarfilmen vermittelte Geschichtsbild und das Bild, das von Ausländern in der DDR gezeichnet wurde.